Die besten Knoblauchsorten für den Winter.

Die besten Winterknoblauch-Sorten für den Garten

Knoblauch ist nicht gleich Knoblauch. Spätestens wenn du nach Pflanzknoblauch für den Herbst suchst, wirst du feststellen, dass es verschiedene Winterknoblauch-Sorten gibt. Die einen bilden große Knollen, andere punkten mit einem kräftigen Aroma und wieder andere lassen sich besonders gut lagern. Selbst optisch gibt es Unterschiede. Neben weißen Knollen findest du Knoblauch mit rosa oder violett gefärbten Zehen und Hüllblättern.

Welche Sorte die beste ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Es kommt darauf an, was du von deinem Knoblauch erwartest. Möchtest du möglichst große Knollen ernten? Soll der Knoblauch lange lagerfähig sein? Oder suchst du eine unkomplizierte Sorte für deine ersten Versuche im Knoblauchbeet?

Ein paar Sorten haben sich im Garten besonders bewährt. Dazu gehören bekannte Namen wie Germidour und Messidrome, aber auch andere Sorten sind einen Versuch wert.

Was ist Winterknoblauch?

Winterknoblauch wird nicht im Winter gepflanzt, auch wenn der Name das vielleicht vermuten lässt. Die Zehen kommen bereits im Herbst in die Erde und verbringen dort den Winter. September und Oktober sind typische Pflanzmonate. Je nach Wetter und Region kannst du auch später pflanzen, solange der Boden noch offen ist.

Das hat einen entscheidenden Vorteil. Der Knoblauch kann schon vor dem Winter Wurzeln bilden. Im Frühjahr startet er dadurch mit einem Vorsprung in die neue Gartensaison.

Außerdem profitieren viele Knoblauchsorten von einer Kälteperiode. Der Kältereiz unterstützt die Entwicklung der Knolle und die Ausbildung der einzelnen Zehen. Winterknoblauch bringt deshalb häufig kräftige Pflanzen und große Knollen hervor.

Winterknoblauch oder Frühjahrsknoblauch – was ist besser?

Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Wenn du allerdings ausreichend Platz im Herbstbeet hast, spricht vieles für Winterknoblauch.

Winterknoblauch besitzt eine längere Entwicklungszeit. Die Pflanzen müssen im Frühjahr nicht erst ein neues Wurzelsystem aufbauen, sondern können schnell weiterwachsen. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können daraus große Knollen entstehen.

Frühjahrsknoblauch ist eine gute Alternative, wenn du die Pflanzzeit im Herbst verpasst hast. Auch für sehr raue Standorte können manche Frühjahrssorten interessant sein.

Du musst dich übrigens nicht entscheiden. Wenn du genügend Platz hast, pflanze beide Varianten. Ein direkter Vergleich im eigenen Garten sagt manchmal mehr als jede Sortenbeschreibung.

Welche Winterknoblauch-Sorte ist die beste?

Hier wird es schwierig. Den einen besten Winterknoblauch gibt es nicht. Boden, Klima und deine eigenen Ansprüche spielen bei der Sortenwahl eine wichtige Rolle.

Einige Sorten haben sich allerdings über viele Jahre bewährt. Für den Garten sind vor allem Sorten interessant, die mit unserem Klima zurechtkommen, zuverlässig Knollen bilden und einen guten Geschmack besitzen.

SorteBesonderheitGeschmackKnollen
Germidourbewährte französische Sortemild bis würziggroß, weiß mit violetten Streifen
Messidromebeliebter Winterknoblaucharomatisch-würziggroß, überwiegend weiß
Thermidromefranzösische Sortewürziggroße, helle Knollen
Cristobewährter Softneck-Knoblauchkräftigweiße Knollen
Solent Wightgute Lagerfähigkeitkräftig-würzighelle Knollen

Nicht jede Sorte ist jederzeit als Pflanzgut erhältlich. Das Angebot wechselt von Jahr zu Jahr und vor allem seltenere Sorten sind manchmal schnell ausverkauft.

Germidour – der Klassiker unter den Winterknoblauch-Sorten

Germidour ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Winterknoblauch-Sorten. Wenn du gerade erst mit dem Knoblauchanbau beginnst, ist diese Sorte eine interessante Wahl.

Germidour stammt aus Frankreich und fällt schon optisch auf. Die Knollen sind hell und besitzen eine mehr oder weniger ausgeprägte violette Zeichnung. Auch die Zehen können rosa bis violett gefärbt sein.

Die Sorte bildet große Knollen und besitzt einen angenehm würzigen Geschmack, ohne extrem scharf zu sein. Die Royal Horticultural Society führt Germidour als bewährte Softneck-Sorte mit großen Knollen und einem vergleichsweise milden, aber vollen Aroma.

Wann wird Germidour gepflanzt?

Germidour kannst du im Herbst pflanzen. September und Oktober sind dafür gut geeignet.

Setze die einzelnen Zehen mit der Spitze nach oben etwa fünf Zentimeter tief in lockere Erde. Zwischen den Pflanzen kannst du ungefähr zehn Zentimeter Abstand lassen.

Wähle möglichst große und gesunde Zehen aus. Aus einer kräftigen Zehe entwickelt sich in der Regel auch eine kräftige Pflanze.

Wann kannst du Germidour ernten?

Germidour gehört zu den eher früh abreifenden Knoblauchsorten. Je nach Standort, Pflanztermin und Witterung beginnt die Ernte im Frühsommer beziehungsweise Sommer.

Verlasse dich dabei nicht ausschließlich auf den Kalender. Beobachte das Laub. Beginnt ein größerer Teil der Blätter gelb zu werden und einzutrocknen, solltest du eine Knolle vorsichtig ausgraben und kontrollieren.

Messidrome – große Knollen für deine Küche

Messidrome ist ebenfalls ein französischer Knoblauch und wird häufig als Winterknoblauch angeboten. Die Sorte ist interessant, wenn du Wert auf stattliche Knollen legst.

Die Knollen besitzen eine überwiegend helle bis weiße Schale und können eine beachtliche Größe erreichen. Im Handel werden für Messidrome Knollengewichte von etwa 50 bis 100 Gramm angegeben. Wie groß dein Knoblauch tatsächlich wird, hängt natürlich stark von den Bedingungen in deinem Garten ab.

Messidrome schmeckt aromatisch und lässt sich vielseitig in der Küche verwenden.

Wo wächst Messidrome am besten?

Wie die meisten Knoblauchsorten liebt Messidrome einen sonnigen Standort. Der Boden sollte locker und wasserdurchlässig sein.

Gerade beim Winterknoblauch ist der Wasserabzug wichtig. Die Zehen verbringen viele Monate in der Erde. Stehen sie während eines nassen Winters dauerhaft im Wasser, können sie faulen.

Bei einem schweren Lehmboden lohnt es sich deshalb, das Beet vor der Pflanzung zu verbessern oder den Knoblauch in einem Hochbeet anzubauen.

Thermidrome – französischer Knoblauch für die Herbstpflanzung

Thermidrome ist eine weitere französische Knoblauchsorte, die für die Herbstpflanzung verwendet wird. Die Sorte bildet helle Knollen und kräftige Zehen.

Auch Thermidrome bevorzugt einen sonnigen Standort und einen durchlässigen Boden. Die Zehen werden im Herbst einzeln gepflanzt.

Thermidrome ist besonders interessant, wenn du mehrere Winterknoblauch-Sorten nebeneinander anbauen möchtest. Der direkte Vergleich von Germidour, Messidrome und Thermidrome kann im eigenen Garten durchaus spannend sein.

Nicht jede Sorte reagiert an jedem Standort gleich. Eine Sorte, die in einem Garten riesige Knollen bildet, kann nur wenige Kilometer entfernt deutlich schlechter abschneiden. Boden, Niederschlag, Wintertemperaturen und Pflege spielen dabei eine Rolle.

Cristo – weißer Knoblauch mit kräftigem Geschmack

Cristo ist ein Softneck-Knoblauch mit weißen Knollen. Die Sorte wird von der Royal Horticultural Society für den Garten empfohlen und besitzt dort den Award of Garden Merit.

Geschmacklich ist Cristo kräftiger. Interessant ist die Sorte außerdem wegen ihrer Lagerfähigkeit.

Wenn du deinen selbst angebauten Knoblauch nicht innerhalb weniger Wochen verbrauchen möchtest, solltest du die Lagerfähigkeit bei der Sortenwahl nicht unterschätzen. Schließlich wäre es schade, wenn ein Teil der Ernte verdirbt, bevor du ihn verwenden kannst.

Solent Wight – interessant für die Lagerung

Auch Solent Wight gehört zu den bekannten Softneck-Sorten. Sie ist vor allem dann interessant, wenn du deinen Knoblauch möglichst lange aufbewahren möchtest.

Die Sorte gilt als gut lagerfähig. Genau diese Eigenschaft kann für Selbstversorger wichtiger sein als eine besonders frühe oder spektakulär große Ernte.

Nach der Ernte musst du die Knollen allerdings richtig trocknen. Auch die beste Lagersorte hält nicht lange, wenn sie feucht eingelagert wird.

Lasse frisch geernteten Knoblauch deshalb zunächst an einem trockenen und luftigen Platz nachtrocknen. Erst danach kommt er ins Lager.

Hardneck oder Softneck – was bedeutet das eigentlich?

Bei der Suche nach Knoblauchsorten wirst du früher oder später auf die Begriffe Hardneck und Softneck stoßen.

Softneck-Knoblauch bildet normalerweise keinen harten Blütenstängel in der Mitte der Knolle. Viele dieser Sorten besitzen zahlreiche Zehen und lassen sich gut lagern. Germidour gehört beispielsweise zu den Softneck-Sorten.

Hardneck-Knoblauch bildet dagegen einen festen Stängel. Um diesen herum sitzen meist größere Zehen. Bei vielen Hardneck-Sorten entsteht außerdem ein Blüten- beziehungsweise Brutzwiebelstand.

Gerade wenn du dich intensiver mit Knoblauch beschäftigen möchtest, lohnt es sich, beide Typen anzubauen. Geschmack, Aufbau der Knollen und Lagerfähigkeit können sich deutlich unterscheiden.

Welche Winterknoblauch-Sorte eignet sich für Anfänger?

Für die ersten Versuche würde ich keine ausgefallene Rarität wählen, bei der du kaum Informationen über Herkunft und Anbaubedingungen findest.

Germidour ist ein guter Kandidat für den Einstieg. Die Sorte ist bewährt, Pflanzgut ist vergleichsweise leicht erhältlich und die Knollen erreichen eine ansprechende Größe. Auch die RHS beschreibt Germidour als bekannte und zuverlässige Sorte.

Messidrome ist ebenfalls interessant, insbesondere wenn du große Knollen ernten möchtest.

Noch besser ist es, zwei oder drei Sorten zu pflanzen. Zehn Pflanzen Germidour und zehn Pflanzen Messidrome benötigen nicht viel Platz. Nach der Ernte kannst du sehr gut vergleichen, welche Sorte in deinem Garten besser abgeschnitten hat.

Welche Sorte bringt besonders große Knollen?

Die Größe einer Knoblauchknolle ist nicht nur genetisch festgelegt. Deshalb solltest du Werbeversprechen über besonders große Knollen immer mit etwas Vorsicht betrachten.

Germidour und Messidrome können große Knollen hervorbringen. Damit sie ihr Potenzial ausschöpfen, müssen aber auch die Anbaubedingungen stimmen.

Großes und gesundes Pflanzgut, genügend Platz, ein sonniger Standort sowie eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen während der Hauptwachstumszeit schaffen gute Voraussetzungen.

Pflanzt du dagegen winzige Zehen dicht nebeneinander in einen ausgelaugten Boden, darfst du selbst von einer großknolligen Sorte keine Wunder erwarten.

Welche Winterknoblauch-Sorte lässt sich gut lagern?

Wenn dir eine lange Lagerfähigkeit wichtig ist, solltest du dir vor allem Softneck-Sorten ansehen.

Cristo und Solent Wight sind beispielsweise für ihre Lagerfähigkeit bekannt. Auch die Royal Horticultural Society hebt bei diesen Sorten die gute Lagerfähigkeit hervor.

Trotzdem entscheidet nicht nur die Sorte darüber, wie lange dein Knoblauch hält. Der richtige Erntezeitpunkt und das anschließende Trocknen sind mindestens genauso wichtig.

Beschädigte Knollen solltest du zuerst verbrauchen. Nur vollständig abgetrocknete, gesunde Knollen gehören ins Winterlager.

Kannst du verschiedene Winterknoblauch-Sorten zusammen pflanzen?

Natürlich. Es spricht sogar einiges dafür.

Wenn du drei verschiedene Sorten nebeneinander pflanzt, kannst du herausfinden, welcher Knoblauch mit deinem Boden und deinem Klima am besten zurechtkommt.

Halte die Sorten allerdings auseinander. Kleine Pflanzschilder helfen dabei. Im Frühjahr sieht Knoblauch schnell einfach nur nach Knoblauch aus und du wirst dich kaum noch daran erinnern, welche Sorte in welcher Reihe steckt.

Notiere dir zusätzlich Pflanztermin und Herkunft des Pflanzguts. Nach der Ernte kannst du Knollengröße, Geschmack und Lagerfähigkeit vergleichen.

Nach zwei oder drei Jahren weißt du ziemlich genau, welche Sorte dein persönlicher Favorit ist.

Kannst du eigenen Winterknoblauch als Pflanzgut verwenden?

Hast du eine Sorte gefunden, die in deinem Garten hervorragend wächst, kannst du einen Teil deiner Ernte für die nächste Pflanzung aufbewahren.

Dafür solltest du nicht die kleinsten Knollen nehmen, die in der Küche übrig bleiben. Genau das wäre die falsche Auswahl.

Suche dir gesunde, gut entwickelte Knollen aus. Von diesen verwendest du im Herbst kräftige Zehen als neues Pflanzgut.

So kannst du eine bewährte Sorte Jahr für Jahr weiter anbauen. Achte allerdings genau auf die Gesundheit deiner Pflanzen. Auffällige oder kranke Knollen solltest du weder einlagern noch zur Vermehrung verwenden.

Der richtige Standort für Winterknoblauch

Ganz gleich, ob Germidour, Messidrome, Thermidrome oder eine andere Sorte – Knoblauch möchte möglichst sonnig stehen.

Der Boden sollte locker, humos und wasserdurchlässig sein. Besonders Staunässe macht Winterknoblauch zu schaffen. Schließlich befinden sich die Zehen während der feuchtesten Monate des Jahres in der Erde.

Auf schweren Böden kann deshalb ein Hochbeet Vorteile haben. Dort lässt sich die Bodenstruktur einfacher an die Bedürfnisse des Knoblauchs anpassen.

Halte außerdem eine sinnvolle Fruchtfolge ein. Knoblauch sollte nicht ständig auf derselben Fläche und nicht direkt nach anderen Lauchgewächsen angebaut werden. Damit verringerst du das Risiko, dass sich bodenbürtige Krankheiten dauerhaft im Beet etablieren.

Wann werden Winterknoblauch-Sorten gepflanzt?

Für viele Winterknoblauch-Sorten sind September und Oktober gute Pflanzmonate. In milden Regionen kannst du teilweise auch im November noch pflanzen.

Teile die Knollen erst kurz vor dem Pflanzen in einzelne Zehen. Große und gesunde Zehen sind das beste Pflanzgut.

Setze sie mit dem Wurzelansatz nach unten und der Spitze nach oben in die Erde. Je nach Boden und Sorte sind etwa zehn bis 15 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen ein guter Richtwert.

Anschließend heißt es warten. Viel Pflege braucht der Knoblauch während des Winters nicht.

Im Frühjahr beginnt das eigentliche Wachstum. Dann zeigt sich langsam, welche deiner Winterknoblauch-Sorten das Rennen macht.

Häufige Fragen zu Winterknoblauch-Sorten

Welche Winterknoblauch-Sorte ist die beste?

Eine einzige beste Sorte gibt es nicht. Germidour ist eine bewährte Sorte und für Einsteiger interessant. Messidrome kommt infrage, wenn du große Knollen möchtest. Bei der Auswahl solltest du außerdem Geschmack, Lagerfähigkeit und die Bedingungen in deinem Garten berücksichtigen.

Welcher Winterknoblauch bildet große Knollen?

Germidour und Messidrome können große Knollen hervorbringen. Die endgültige Größe hängt aber nicht nur von der Sorte ab. Standort, Pflanzgut, Pflanzabstand, Nährstoffe und Wasserversorgung beeinflussen die Knollenentwicklung.

Welcher Knoblauch lässt sich besonders gut lagern?

Viele Softneck-Sorten besitzen eine gute Lagerfähigkeit. Cristo und Solent Wight sind dafür bekannt. Entscheidend sind zusätzlich eine rechtzeitige Ernte und gründliches Trocknen der Knollen.

Ist Germidour ein Winterknoblauch?

Germidour wird im deutschen Handel als Winterknoblauch für die Herbstpflanzung angeboten. Die bekannte französische Softneck-Sorte bildet große Knollen mit hellen bis violett beziehungsweise rosa gefärbten Bereichen und besitzt einen milden bis würzigen Geschmack.

Wann pflanze ich Winterknoblauch?

September und Oktober sind klassische Pflanzmonate. Je nach Region und Wetter ist auch eine spätere Pflanzung möglich, solange der Boden offen und gut bearbeitbar ist.

Welche Knoblauchsorte eignet sich für Anfänger?

Germidour ist eine gute Wahl für Einsteiger. Statt dich auf eine Sorte zu beschränken, kannst du auch zwei Sorten anbauen und anschließend vergleichen, welche unter deinen Gartenbedingungen besser wächst.

Kann ich verschiedene Knoblauchsorten nebeneinander pflanzen?

Ja. Das ist sogar eine gute Möglichkeit, die für deinen Garten am besten geeignete Sorte zu finden. Markiere die Reihen, damit du bei der Ernte noch weißt, welche Sorte du vor dir hast.

Kann ich meinen geernteten Winterknoblauch wieder pflanzen?

Ja. Wähle dafür besonders gesunde und gut entwickelte Knollen aus. Bewahre sie bis zur Pflanzzeit trocken und luftig auf und teile sie erst kurz vor dem Pflanzen in einzelne Zehen.

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